AirVenture
Der Treffpunkt fuer Fliegerfreunde
 Home Termine
 News
Tipps
Airshows
 Reno Races
 History
Nose-ArtKleinanzeigen Links
 Impressum Forum

E-Mail

Oldtimertreffen Hahnweide 2025 - Klassiker

- von Stefan Schmoll und Damian Güttner -

Auch wenn die Warbirds das meiste Publikum anziehen, so ist das Oldtimertreffen Hahnweide doch weiterhin ein riesiges Fly-In von historischen Schätzchen aus ganz Europa. Wie immer waren einige Neulinge und richtig seltene Exemplare darunter. Eine besondere Überraschung waren zwei Hubschrauber, welche mittlerweile - wenn auch noch keine Oldtimer - aber zumindest echte Klassiker sind!

Teil 2 - Klassiker
Beginnen wir mit Mikael Carlson's Bleriot XI. Mit Baujahr 1918 war sie der älteste Teilnehmer des Treffens und wurde natürlich am Abend bei guten Flugbedingungen auch wie immer gekonnt vorgeflogen.
Im Publikumsbereich stand übrigens eine zweite Bleriot XI. Dies ist allerdings ein Nachbau, welcher vom französischen Enthusiasten Jean-Louis Benoit vor fünf Jahren vollendet worden ist.
Insgesamt waren mehr als 25 Bückerflugzeuge auf der diesjährigen Hahnweide. Rainer Berndt aus Landshut besitzt gleich mehrere der legendären Jungmeister und präsentierte mit ihm auch standesgemäßen Kunstflug.
Auch das älteste in Deutschland noch zugelassene Flugzeug - die Klemm 25 D-EBMX aus dem Jahr 1927 - flog aus Oberschleißheim ein. Falls Ihr Euch über diesen "BMW-Propeller" wundert: Das ist eine wunderbare Reminiszenz an eine historische BMW-Werbung.

Die Klemm 35 D-EFUB flog gemeinsam mit der Klemm 25 und zeigt den doch recht mächtigen Flügel des Reise- und Schulflugzeuges. In Deutschland fliegen derzeit etwa ein Dutzend Klemm 35, die sämtlich aus schwedischer Produktion stammen.

Von der älteren Klemm 25 existieren lediglich drei fliegende Originale. In den letzten Jahren kamen allerdings einige Nachbauten dieses begehrten Klassikers dazu.

Kaum zu glauben, dass die Messerschmitt 108 Taifun mehr als 90 Jahre alt ist! Sie war dank ihrer modernen Bauweise und dem Einziehfahrwerk ein wahrer Quantensprung. Die hier gezeigte D-EBEI wird von den Quax-Fliegern betrieben und ist in Paderborn beheimatet.
Auch die Schweizer Flugwaffe nutzte den Taifun als Kurier- und Reiseflugzeug. Die 1938 gebaute A-201 wurde vor einigen Jahren restauriert und fliegt heute als HB-HEB von Lausanne aus.
Legenden gemeinsam am Himmel mit der Burg Teck im Hintergrund. Fun Fact: Auch der britische Stieglitz gehört einem Quax-Mitglied! So war diese Formation für die zahlreichen Quaxe am Platz doch ein besonderer Moment. Mit rund einem Dutzend angereister Maschinen stellte der Verein eines der größten Kontingente des Treffens 2025.
Richard Menage hat seinen Stieglitz G-EMNN über Jahre in perfekter historischer Genauigkeit wieder aufgebaut. Derzeit entsteht in seiner Werkstatt übrigens ein zweiter Stieglitz. Stationiert ist die Maschine in Bagby nördlich von York. Richard gehört also zu den Piloten mit der weitesten Anreise.
Die Doppeldecker an der Flightline waren wie immer in mehreren Reihen eng geschachtelt. In diesem Jahr hatten die Besucher erstmals keine Möglichkeit, all die schönen Flugzeuge am frühen Morgen ohne Barriere zu fotografieren. Diese aus Sicht des Veranstalters verständliche Entscheidung kam nicht bei allen Besuchern gut an.
Gleich zwei Fieseler Storch sind eingeflogen. Aus Hangelar kam Dirk Bende zum Treffen und vom Kasseler Storchenverein das hellgrüne Exemplar. Die D-EKLU hing übrigens einige Jahre im Kasseler Hauptbahnhof, bevor der Storch wieder flugfähig restauriert worden ist.
Leider ist die Zeit der Junkers Ju 52 über der Hahnweide ja vorbei. Mit allen drei neu produzierten Junkers F 13 aus der Schweiz kam allerdings ein würdiger Ersatz - und man konnte sogar stilecht mitfliegen!
Leider konnte bisher keine dieser modernen Schönheiten im Retro-Look extern verkauft werden. Allerdings ist die ebenfalls neu aufgelegte Junkers A 50 Junior ein großer Erfolg und begeistert bereits viele glückliche Eigner in aller Welt.
Selbstverständlich waren auch jede Menge US-Klassiker anwesend, darunter gleich zwei der eleganten Beech 17 aus den 1930er Jahren. Doppeldecker mit Einziehfahrwerk sind wahrlich eine Rarität, so ist diese Konstruktion Eleganz pur!
In Mainz beheimatet ist diese wunderschöne Beech 18 aus dem Jahr 1942. In den letzten Jahren wurden mehrere Exemplare nach Deutschland importiert, so fliegt hier jetzt ein halbes Dutzend dieser Klassiker.

Jeder Enthusiast hat ja seinen eigenen Geschmack. Aber für den Autor dieser Zeilen gehört die Spartan Executive zu den schönsten Luftfahrzeugen, welche jemals konstruiert worden sind!

Lediglich 36 Exemplare wurden zwischen 1936 und 1940 gebaut, von denen bis heute etwa 20 überlebt haben.
Die in Mendig beheimatete N6000M wurde 1965 gebaut. Insgesamt wurden von der Beech 18 zwischen 1937 und 1970 mehr als 9000 Exemplare gebaut. Bis Heute werden besonders in den Vereinigten Staaten noch zahlreiche Exemplare von Liebhabern geflogen.
Während von der Beech 18 bis 1970 mehr als 9000 Exemplare gebaut wurden, liefen von der vergleichbaren Lockheed 12 Electra Junior bis 1940 lediglich 130 Exemplare vom Band. Dies macht die Lockheed zum ungleich wertvolleren Flieger. Hier zu sehen die in Belgien beheimatete N14999.
Aus Hannover kam die NC18130 nach Kirchheim/Teck. Dieses legendäre Art-Deco Flugzeug hat es seit einigen Jahren besonders europäischen Sammlern angetan. So fliegen hier derzeit tatsächlich mehr Exemplare als in den Vereinigten Staaten.

Von der Stinson Reliant wurden in den 1930er Jahren rund 1300 Exemplare gebaut. Die nach dem Krieg demilitarisierten Exemplare wurden Vultee V-77 genannt.

Heute gehört der Hochdecker zumindest in Europa zu den seltenen Klassikern. Die N60058 ist in St.Gallen am Bodensee beheimatet.
Aus Spanien kamen gleich zwei Cessna 337 Super-Skymaster. Die dortigen Enthusiasten machen mit diesen rund 50 Jahre alten ehemaligen Militärflugzeugen eine tolle Formationsdarbietung.
Die Mannheimer Flugwerker hatten einen eigenen Merchandising Stand am Platz und waren natürlich auch mit ihren Flugzeugen vor Ort, darunter die de Havilland DH-82 Tiger Moth D-EXMM. Insgesamt kamen drei der britischen Motten zum Treffen.
Deutschland hat eine lange Tradition im Segelflugzeugbau und zahlreiche Muster wurden hier in der Region konstruiert. Daher ist es mehr als logisch, dass die täglichen Vorführungen mit einem Massenstart von historischen Segelflugzeugen begonnen haben, darunter die hier gezeigte Focke-Wulf Kranich II.
Die Dewoitine 27 wurde Anfang der 1930er Jahre als Jagdflugzeug konzipiert und in der Schweiz eingesetzt. Die schwächer motorisierte Trainingsversion hieß D.26 und einige Exemplare wurden bis in die 1960er Jahre als Schleppmaschine eingesetzt. Heute wird die HB-RAI in Lausanne von einem Oldtimerverein betrieben.
Die Dewoitine D.26 wurde in Formation mit dieser ebenfalls in Lausanne beheimateten Morane 317 präsentiert. Von dem französischen Trainer wurden etwa 350 Exemplare gebaut. Bis heute sind nur wenige Exemplare erhalten und machen diesen Parasol zu einer wahren Rarität am Himmel.
Zu den größten anwesenden Raritäten zählt zweifellos diese SAI KZ-IV aus Dänemark. Lediglich zwei Exemplare wurden 1944 von dem speziellen Sanitätsflugzeug gebaut. Tatsächlich sind beide in Dänemark erhalten geblieben, wobei die OY-DIZ allerdings das einzige noch fliegende Exemplar ist.
Zum Glück keine Rarität mehr ist die legendäre North-American T-6. Weltweit zählt sie zu den beliebtesten ehemaligen Militärflugzeugen im Privatbesitz und auch in Deutschland fliegen zahlreiche Exemplare. Ganze zehn Harvards waren auf der Hahnweide angekündigt und wurden erstmals aus Platzgründen auf dem Südparkplatz abseits der Zuschauer abgestellt. Die hier gezeigte D-FASS ist in Bitburg beheimatet.
Dieter Gehling gehört mit seiner PZL Kruk auch seit vielen Jahren zu den Stammgästen des Treffens. Seine Lösch- & Sprühvorführung sorgt aber auch nach all den Jahren noch immer für Begeisterung bei den Zuschauern.
Kein Oldtimer - aber doch ein Klassiker - ist das amerikanische Selbstbauflugzeug RLU-Breezy. Die D-EPCF dürfte wohl das einzige in Deutschland fliegende Exemplar sein. Insgesamt wurden wohl über 1000 Breezys seit Veröffentlichung der Pläne vor 60 Jahren von geschickten Selbstbauern fertiggestellt.

Schaut aber komisch aus, diese Pilatus Porter... Eigentlich kennt man das Schweizer Muster ja nur mit der furchtbar langen Schnauze und Turboprop-Triebwerk. Die ersten Exemplare wurden jedoch mit einem Lycoming Boxermotor ausgeliefert.

Darunter war auch ein Exemplar, welches bei einer Himalaya Expedition als Unterstützungsflugzeug eingesetzt wurde. Und eben diese Maschine wurde jetzt von Enthusiasten wieder zum Leben erweckt.

In Deutschland kennt die ältere Generation das US-Amerikanische Erdkampfflugzeug Rockwell Bronco noch als Zieldarsteller. Heute fliegen in Europa wieder zwei (und bald wohl drei) dieser spannend aussehenden Zweimots aus den 1960er Jahren auf Airshows.

Die hier gezeigte F-AZKM ist im französischen Montelimar beheimatet.
Und hier die im Einführungstext angekündigten Hubschrauber. Da staunten die angereisten Zuschauer nicht schlecht, dass gleich neben dem Sprecherturm diese Sikorsky CH-53G in ihrer Sonderlackierung zu ihrem 50. Jubiläum bei der Bundeswehr präsentiert worden ist..

Und noch mehr staunten die Zuschauer, als am Freitagnachmittag eine weitere CH-53 nach kurzer Ankündigung zwischen den Bäumen südlich des Platzes auftauchte und zweimal mit Karacho über den Grasplatz bretterte!

Es war einer der vielen "Augenweide -Ohrenweide - Hahnweide" Momenten aus dem Treffen 2025. Bleibt die Hoffnung, dass es alsbald doch noch eine Wiederholung geben wird.
 

 

[Home] [Termine] [News] [Tipps] [Airshows] [Reno Races] [History] [Nose-Art] [Kleinanzeigen][Links] [Impressum]